Wer atmen kann, der kann auch meditieren

Buddhafigur - Meditation

Du hast dich schon immer einmal gefragt, was es auf sich hat mit dem stillen Rumsitzen? Du hast schon von den positiven Wirkungen der Meditation auf den Körper, die Gedanken und Gefühle gehört? Oder selbst schon Erfahrungen mit der Meditation gemacht?

Viele Menschen wenden sich heutzutage der Meditation zu, um innerlich zur Ruhe zu kommen. Aus dem Hamsterrad unserer unermüdlichen Geschäftigkeit herauszutreten, unser ständiges Streben nach irgendetwas anzuhalten, ist vielleicht eines der größten Geschenke, das wir unserer Seele machen können.

Meditation ist im Wesentlichen eine Schulung deiner Aufmerksamkeit mit dem Ziel bewusster wahrzunehmen und das betrifft nicht nur alles was in dir vorgeht sondern auch unsere Umwelt und das was gerade in ihr vorgeht. Sobald wir klar sehen, was geschieht, können wir entscheiden, ob und wie wir auf das Gesehene reagieren.

Meditation unterstützt dich darin über dein konditioniertes, gewohntes Denken hinauszuwachsen und die weite, strahlende Natur deiner natürlichen Bewusstheit und Präsenz zu erleben. Sie ist ein Weg zurück zu dir selbst.

Meditation verhilft dir zu innerem Frieden und Gelassenheit, schafft geistige Klarheit und eröffnet dir neue Horizonte.

„Ich meditiere, um die kleinen purpurfarbenen Blümchen zu bemerken, die am Wegrand blühen und die ich sonst wahrscheinlich übersehen würde.“

Anagarika Munindra

Achtsamkeits-Meditation

Die Achtsamkeitsmeditation ist eine Meditationstechnik, in welcher die Geistesinhalte einfach beobachtet und nicht bewusst gesteuert werden. In der Achtsamkeitsmeditation heißt der Übende alle aufsteigenden Gedanken willkommen, ohne einen Gedanken gegenüber einem anderen zu bevorzugen. Der Übende nimmt dazu einen Standpunkt jenseits der Gedanken ein und lernt so, sich nicht mit den Gedanken zu identifizieren. Man wird sich eigener Muster bewusst, lernt im Laufe der Zeit sie zu steuern und findet so zu einer neuen inneren Freiheit und Selbstbestimmtheit. Es gibt Formen der Achtsamkeitsmeditation in allen spirituellen Traditionen. Im Yoga wird die Achtsamkeitsmeditation Sakshi Bhav bzw. Sakshi Bhavana bezeichnet. Im Buddhismus ist sie unter dem Namen Vipassana bekannt.

In der Achtsamkeitsmeditation betrachtet der/die Übende Körper, Atem, Empfindungen, Emotionen, Gedanken (Worte bzw. Bilder) aus der Beobachterrolle. Dabei gilt:

  • nicht beurteilen – stattdessen annehmen
  • nicht analysieren – stattdessen bewusst wahrnehmen
  • nicht vergleichen – stattdessen im Hier und Jetzt sein
  • nicht identifizieren – stattdessen beobachten
  • nicht reagieren – stattdessen neugierig bleiben

„Nimm dir jeden Tag die Zeit, still zu sitzen und auf die Dinge zu lauschen. Achte auf die Melodie des Lebens, welche in dir schwingt.“

Buddha

Wir unterscheiden zwischen zwei Formen der Achtsamkeits-Meditation: der formalen und der formlosen Meditation.

Formale Meditation

Bei der formalen Meditation nehmen wir uns bewusst eine Auszeit vom Alltag. Wir üben während dieser Zeit die Achtsamkeit zu vertiefen, um den eigenen Geist besser zu verstehen und Denkgewohnheiten kennenzulernen. Zudem üben wir über einen längeren Zeitraum hinweg wach und präsent zu sein und unseren Erfahrungen von Moment zu Moment mit Neugier und Akzeptanz zu begegnen. Die formale Meditation ist eine Geistesübung.

Formlose Meditation

Bei der formlosen Meditation geht es darum im Alltag (z.B. beim Autofahren, Geschirrspülen, Zähneputzen), im gegenwärtigen Augenblick ganz bei dieser Tätigkeit zu sein und sich nicht ablenken zu lassen. Wir trainieren so unseren Geist und vertiefen unsere Achtsamkeit, anstatt uns gewohnheitsmäßig mit der Vergangenheit oder mit der Zukunft zu beschäftigen. Diese Form der Achtsamkeits-Meditation ermöglicht es uns, zu jeder Zeit achtsame Aufmerksamkeit zu pflegen, egal wo wir gerade sind und was wir tun. Bei beiden Meditationsformen entwickeln wir durch die Achtsamkeit unser Bewusstsein.